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Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:

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http://jiffystories.com/buecher/cadillac-place/

© 2013 jiffy stories im Residenz Verlag

Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten.

ISBN ePub:

Umschlaggestaltung: Nanna Prieler

Lektorat: Patrick Hutsch

Verschwörung am Cadillac Place

Im Jahr 1926 erobert die Automobilindustrie die Welt. Doch dieser Siegeszug wird bedroht: Der aufstrebende öffentliche Personenverkehr in Amerika wird mehr und mehr zur Konkurrenz. Alfred P. Sloan, der legendäre Präsident von General Motors, schmiedet einen raffinierten Plan: Mithilfe illegaler Methoden will er das öffentliche Transportwesen in Amerika ruinieren, um die eigenen Umsatzzahlen zu steigern. Gemeinsam mit den Chefs von Chevrolet und Ford schließt er einen Pakt zur Zerschlagung des öffentlichen Personenverkehrs. Die Verschwörung ist ein voller Erfolg. Amerika wird endgültig zum Autoland Nr. 1 und das öffentliche Verkehrsnetz liegt in Trümmern. Aber das persönliche Glück bleibt Sloan verwehrt. Seine einzige große Liebe zur Hollywoodschönheit Allison zerbricht an seinem beruflichen Ehrgeiz, und am Ende bleibt ihm nur die Sehnsucht nach der verlorenen Zeit der Zärtlichkeit.

Was bisher geschah

Die Reaktion von General Motors erreicht New York am siebten Tag des Streiks: John D. Hertz hat alle verfügbaren Omnibusse und Taxifahrer aus Chicago zusammengezogen, mit denen er zur Rettung Manhattans nach New York fährt wie in einem Triumphzug. Er ersetzt mit den Omnibussen den gestoppten Zugverkehr und beendet die Blockade der Stadt. Die Gewerkschaft ist überrumpelt. Sobald der Verkehrsstau in Manhattan gelöst ist, hat der Streik seine Wirkung verloren. Crystal hat von Butch erfahren, dass Owney Madden und Jimmy Walker in illegale Grundstücksspekulationen verwickelt sind, für Bauflächen, die eigentlich für den sozialen Wohnungsbau gedacht waren. Gelenkt von Alfred und der Presseabteilung bei General Motors, stürzt sich die New Yorker Presse auf den Streik und die Gewerkschaft und verteidigt Jimmy Walkers Weigerung, die Ticketpreise zu erhöhen. Zur selben Zeit veranstaltet Alfred ein informelles Treffen der wichtigsten Vertreter der amerikanischen Automobilindustrie in New York. Bei der Versammlung stellt der renommierte Wirtschaftsanwalt Eagleburger eine Strategie vor, wie General Motors mit der Unterstützung der anderen Firmen das amerikanische Straßenbahnnetz im ganzen Land zerstören will. Die Präsentation wird unterbrochen von der Nachricht, dass Stummfilmsuperstar Rudolf Valentino unerwartet gestorben ist. Der Tod Valentinos treibt sogar die streikenden Gewerkschaftsmitglieder von ihren Streikposten zu Valentinos Begräbnis. Der Streik der Gewerkschaft endet kurze Zeit später mit einer Niederlage.

12 Wochen Intrigen

Verschwörung am Cadillac Place

erscheint ab 22.09.2013 wöchentlich jeden Sonntag.

Folge 1:Panik in Detroit

Folge 2:Tee mit Hoover

Folge 3:Rumble in the Jungle

Folge 4:Flüstern und Schreie

Folge 5:Kein Zauberer von Oz

Folge 6:Alice im Land der Spiegel

Folge 7:Die Protokolle von Queens

Folge 8:Der Aufstand

Folge 9:Die Verschwörung von Camelot

Folge 10: Nachmittag in Hollywood

Folge 11: Erhörte Gebete

Folge 12: Die Liebenden und die Toten

Verschwörung am Cadillac Place

Folge 10: Nachmittag in Hollywood

von Akos Gerstner

Inhalt

Verschwörung am Cadillac Place

Folge 10: Nachmittag in Hollywood

Ausblick Folge 11

Über den Autor

Sie war alles und sie war nichts, und die Regisseure liebten sie dafür. Ein Gefäß, das sich mit allem füllen ließ, aber das den Inhalt nur durch sein eigenes Muster nach außen sichtbar machte, die ideale filmische Erscheinung. Sie nahm jede Idee auf und gab sie wieder ab, angereichert mit einer Note jenes unerklärlichen Mehrwerts, der sich nur einstellt, wenn ein Gesicht durch die Linse einer Kamera betrachtet wird. In echt war da nicht viel mehr als ein Flackern um die Lippen, aber wenn einmal das Silber aus den Filmstreifen herausgewaschen war, blieb ein beunruhigender Zweifel in ihrem Blick, von dem auch Allison nie wirklich sagen konnte, wie er da hingekommen war.

Nach ihren ersten Auftritten in teureren Filmen, die man während des Weltkriegs, der wie ein Albtraum am anderen Ende der Welt das Grauen auf neue Gipfel trieb, anfing zu drehen – 1914, 1915, 1916 war es gewesen –, wurde man Allisons allmählich gewahr, und als erstes unter den stimmungsmachenden Blättern gab Variety ihr den Namen „The Girl with the Golden Eye“ oder einfach nur „The Enigma“. Allisons Blick blieb undefinierbar, manche verfolgte er, wenn sie den Kinosaal verließen, andere rührte er, andere wiederum ärgerten sich, denn sie waren in einen Film gegangen, um Klarheit zu schaffen in ihren verwirrten Köpfen, und sie verließen das Kino ratloser oder enttäuschter als vorher, mit mehr Fragen als Antworten nach dem Abspann in der Dunkelheit des Kinosaals. Sie schimpften über das, was sie gesehen oder eben nicht gesehen, aber zu sehen erhofft hatten, zerfledderten das wenige Greifbare in Allisons luftig zurückhaltendem Spiel. Allison wurde nicht ein heiß begehrtes Darling wie Lilian Gish, wie Gloria Swanson, wie Mary Pickford. Das aber war auch der Grund, weshalb Allison nicht an ihnen vorbeikam.