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Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:

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© 2013 jiffy stories im Residenz Verlag

Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten.

ISBN ePub:

Umschlaggestaltung: Nanna Prieler

Lektorat: Patrick Hutsch

Inhalt

Die Verschwörung am Cadillac Place

Folge 12: Liebenden und die Toten

Über den Autor

Verschwörung am Cadillac Place

Im Jahr 1926 erobert die Automobilindustrie die Welt. Doch dieser Siegeszug wird bedroht: Der aufstrebende öffentliche Personenverkehr in Amerika wird mehr und mehr zur Konkurrenz. Alfred P. Sloan, der legendäre Präsident von General Motors, schmiedet einen raffinierten Plan: Mithilfe illegaler Methoden will er das öffentliche Transportwesen in Amerika ruinieren, um die eigenen Umsatzzahlen zu steigern. Gemeinsam mit den Chefs von Chevrolet und Ford schließt er einen Pakt zur Zerschlagung des öffentlichen Personenverkehrs. Die Verschwörung ist ein voller Erfolg. Amerika wird endgültig zum Autoland Nr. 1 und das öffentliche Verkehrsnetz liegt in Trümmern. Aber das persönliche Glück bleibt Sloan verwehrt. Seine einzige große Liebe zur Hollywoodschönheit Allison zerbricht an seinem beruflichen Ehrgeiz, und am Ende bleibt ihm nur die Sehnsucht nach der verlorenen Zeit der Zärtlichkeit.

Was bisher geschah

Das Treffen mit Laemmle ist der Anfang vom Ende der Beziehung zwischen Alfred und Allison. Alfred, der Allison in ihrer Karriere unterstützen will, sieht ein, dass Allison ihn früher oder später verlassen wird, weil immer mehr Filmfirmen in den Westen ziehen und sie nach Kalifornien wird zurückkehren müssen. Die beiden trennen sich drei Jahre später. Es folgt das Jahr 1929. Alfred, John D. Hertz und einige Mitglieder des Vorstands von GM sprechen über die Zukunft der New York Railways Corporation. Hertz hat die Straßenbahn komplett übernommen. Nach dem großen Börsencrash im Oktober endet auch der letzte Widerstand der Railways- Belegschaft, alle Bahngleise werden herausgerissen und die restlichen Züge durch Busse ersetzt. 1930 ist die Straßenbahn von New York Geschichte. Aber das ist noch nicht alles. Alfred plant im nächsten Schritt, auch die Buslinien verfallen zu lassen, denn das endgültige Ziel ist die Zerschlagung des öffentlichen Verkehrs überhaupt. Der Krieg gegen die Straßenbahn hat das Ziel, das Automobil als das dominierende Fortbewegungsmittel in den USA zu etablieren. Sobald die New York Railways abgewickelt ist, will Alfred John D. Hertz nach Kalifornien schicken, um dort die Übernahme der Straßenbahn von Los Angeles voranzutreiben. Die Pacific Electric Railway soll mit derselben Strategie überwältigt werden. Zu diesem Zeitpunkt weiß Alfred aber noch nicht, dass der Chef der Pacific Electric, Alfreds neuer Gegenspieler, kein anderer ist als der Vater seiner ewigen Liebe Allison Ayers. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie einander begegnen werden.

12 Wochen Intrigen

Verschwörung am Cadillac Place

erscheint ab 22.09.2013 wöchentlich jeden Sonntag.

Folge 1:Panik in Detroit

Folge 2:Tee mit Hoover

Folge 3:Rumble in the Jungle

Folge 4:Flüstern und Schreie

Folge 5:Kein Zauberer von Oz

Folge 6:Alice im Land der Spiegel

Folge 7:Die Protokolle von Queens

Folge 8:Der Aufstand

Folge 9:Die Verschwörung von Camelot

Folge 10: Nachmittag in Hollywood

Folge 11: Erhörte Gebete

Folge 12: Die Liebenden und die Toten

Verschwörung am Cadillac Place

Folge 12: Die Liebenden und die Toten

von Akos Gerstner

Nach dem Sommer 1926 hatten Crystal Diver, Larry Saunders und die Streetcar Workers Union der machtvollen Intervention von GM nicht mehr viel entgegenzusetzen. Crystal wusste, wann man aufhören musste, und Larry hatte dafür seine Frau. Aber es dauerte seine Zeit, bis er das Unvermeidliche wirklich akzeptieren konnte. Noch Tage nach Rudolf Valentinos Tod war er wütend durch das Gewerkschaftshaus von Queens gestiefelt, weil Jimmy Walker im Rathaus keinen Millimeter von seiner Linie wich und der Druck, den Larry mit dem stadtweiten Stillstand auszuüben beabsichtigt hatte, sich merklich, Stunde um Stunde, verringerte, da die Busse Hundertschaften ins Stadtinnere spülten. Die Menschen in den Fenstern und auf den Gehsteigen sahen ihnen freudestrahlend zu, und die Kinder im Sprühregen der rot lackierten Hydranten liefen ihnen nach. Hupende, von Staub bedeckte Taxis in Gelb, den langen, heißen Weg aus dem Staat Illinois her bis nach New York heruntergeritten, defilierten nun in Marschformation an den Reihen glücklich winkender Menschen vorbei. Alsbald verkauften findige Schneider gelbe Schleifen an die Passanten, um die Taxifahrer der Checker Cab damit zu ehren, in Erinnerung an die gelben Halstücher des legendären U.S. Kavalleriekorps aus den Zeiten, als die Armee die Indianerstämme im Blutrausch von der Landkarte radierte. Manch einer erinnerte sich noch und summte aus dem Gedächtnis dazu den Text der ruhmreichen Tage, da man dem gelben Halstuch ein Lied gewidmet hatte:

„Round her neck she wears a yeller ribbon.

She wears it in winter and the summer so they say. If you ask her „Why the decoration?“

She’ll say „It’s for my lover who is far, far away.“

Und irgendwann begriff auch der Letzte: Es war aus und vorbei.