image

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:

www.jiffystories.com

© 2013 jiffy stories im Residenz Verlag

Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten.

ISBN ePub:

Umschlaggestaltung: Nanna Prieler

Lektorat: Patrick Hutsch

Das Hochzeitsprinzip

Caro mag guten Sex, besonders dann, wenn er unverbindlich ist. Die Drehbuchautorin ist Ende zwanzig, steht voll im Leben und arbeitet an ihrer Karriere. Sie genießt ihr Leben und ihre Freiheit. Gut, sie kämpft ein wenig mit dem Start in das Berufsleben, und die Sache mit dem Sex ist auch nicht so einfach. Aber sonst, sonst wäre alles gut, würden nicht gerade alle, wirklich alle um sie herum heiraten. Ist die Ehe ein nicht völlig überholtes Prinzip? Warum muss man überhaupt heiraten? Gemeinsam mit ihren drei ältesten Freundinnen begibt sich Caro auf eine Odysee von Hochzeit zu Hochzeit. Sie lernt dabei mehr über sich selbst, ihre besten Freudinnen - und, dass es vielleicht doch auch ihren Traummann gibt.

10 Wochen Liebeswirren

Das Hochzeitsprinzip

erscheint ab 22.09.2013 wöchentlich jeden Sonntag.

Folge 1: Not in Love

Folge 2: Heimat

Folge 3: Mannheim

Folge 4: Zwei Sekunden

Folge 5: Das Sommerfest

Folge 6: 26

Folge 7: Barcelona

Folge 8: Phantomschmerz

Folge 9: Der Junggesellinnenabschied

Folge 10: Zwei Enten

Das Hochzeitsprinzip

Folge 1: Not in love

von Stefanie Ren

JA, WIR HEIRATEN!

LIEBE Caro, ZUSAMMEN MIT DIR WOLLEN WIR DIESEN TAG FEIERN. ZUM TRAUGOTTESDIENST MIT ANSCHLIESSENDEM SEKTEMPFANG, ESSEN UND PARTY LADEN WIR DICH HERZLICH EIN.

Hanna & Jakob

Als ich in seinem Bett aufwachte, war es noch früh am Morgen. Mir war ein wenig übel. Das Zimmer, in dem ich mich befand, war weiß und karg. Außer einem Schreibtisch, einem Kleiderschrank und dem Bett, in dem ich lag, gab es keine Möbel. Und trotzdem war der Raum unordentlich, staubig und dreckig. Klamotten, Bücher und DVDs lagen überall verteilt. Ein alter Fernseher stand auf dem Boden.

Neben mir lag Chris und schlief. Er sah unschuldig und friedlich aus. Ganz anders als noch wenige Stunden zuvor, als wir ungefähr den wildesten und härtesten Sex gehabt hatten, den ich bis dahin erlebt hatte. Ich will gar nicht weiter ins Detail gehen, denn wenn ich so darüber nachdenke, was ich ihn mit meinem Körper hab’ anstellen lassen, dann schäme ich mich ein wenig dafür. Ich schäme mich nicht wirklich für das, was ich getan habe. Ich schäme mich eher dafür, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich das auch so gewollt hatte oder ob ich es nur getan hatte, um ihm zu gefallen.

Chris studierte zwei Jahrgänge über mir an der Filmhochschule. Ich hatte mich in ihn verknallt, da war ich noch mit Philipp zusammen. Philipp war das Beste, was mir bis dahin passiert war. Er war ein lieber, netter Kerl, der mich aufrichtig geliebt hat. Obwohl ich manchmal echt launisch, neurotisch und anstrengend sein konnte, hatte mich Philipp am Ende vom Tag immer in den Arm genommen und gesagt, dass er mich gegen nichts in der Welt würde eintauschen wollen. Aber je öfter er mir das sagte, umso unsicherer wurde ich mir, ob ich das Gleiche über ihn hätte sagen können. The grass is always greener … und so.

Und dann wurde ich gefragt, ob ich nicht bei einem Filmprojekt von Chris von Henningsdorf, DEM Nachwuchsregisseur der Schule, aushelfen wollte. Damals hatte ich gerade erst mit meinem Studium begonnen, war kurz zuvor einundzwanzig geworden und noch ziemlich grün hinter den Ohren. Ich wollte jede Erfahrung mitnehmen. Chris kannte ich damals noch gar nicht.

Am Set, einem kleinen Hexenhäuschen mit wildem Garten, merkte ich dann schnell, dass ich Chris in seiner Rolle als Regisseur ziemlich attraktiv fand. Und er mich anscheinend auch. Ich schenkte seinen Annäherungsversuchen aber bewusst wenig Beachtung, vor allem wegen Philipp, klar.

Als der Dreh schon längst vorbei war, konnte ich noch zwei weiteren Annäherungsversuchen von seiner Seite widerstehen. Dann fragte er mich, ob wir zusammen „DVD schauen“ wollen. Und die ersten zehn Minuten der „Six Feet Under“-Folge glaubte ich auch noch, dass er wirklich nur DVD schauen wollte.

Ich hab’ dann – in einem langen und anstrengenden Prozess – mit Philipp Schluss gemacht.

Mit Chris füllte ich danach die durch Philipps Fehlen entstandene Lücke und merkte, dass ich mich in ihn verknallt hatte. Dumm von mir, denn schnell musste ich feststellen, dass Chris einfach mit jeder