image

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:

www.jiffystories.com

http://jiffystories.com/buecher/das-hochzeitsprinzip/

© 2013 jiffy stories im Residenz Verlag

Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten.

ISBN ePub:

Umschlaggestaltung:Nanna Prieler

Lektorat: Patrick Hutsch

Das Hochzeitsprinzip

Caro mag guten Sex, besonders dann, wenn er unverbindlich ist. Die Drehbuchautorin ist Ende zwanzig, steht voll im Leben und arbeitet an ihrer Karriere. Sie genießt ihr Leben und ihre Freiheit. Gut, sie kämpft ein wenig mit dem Start in das Berufsleben, und die Sache mit dem Sex ist auch nicht so einfach. Aber sonst, sonst wäre alles gut, würden nicht gerade alle, wirklich alle um sie herum heiraten. Ist die Ehe ein nicht völlig überholtes Prinzip? Warum muss man überhaupt heiraten? Gemeinsam mit ihren drei ältesten Freundinnen begibt sich Caro auf eine Odyssee von Hochzeit zu Hochzeit. Sie lernt dabei mehr über sich selbst, ihre besten Freundinnen - und, dass es vielleicht doch auch ihren Traummann gibt.

Was bisher geschah

Caro trifft zufällig auf David, weil der zur Aufnahmeprüfung in der Stadt ist. Anders als abgesprochen, hat er ihr aber nicht Bescheid gegeben, wann er kommt. Sie ist schnell besänftigt, als sie zusammen einen Kaffee trinken gehen und sich erneut sehr gut verstehen. Nach dem Treffen meldet er sich aber wieder nicht bei ihr.

Sie begleitet dann Timm auf eine Party in Mannheim, die ein Kommilitone von ihm veranstaltet. Caro und Timm haben eine gute Zeit, bis plötzlich David vor ihr steht und sie ihn, überwältigt von ihren Gefühlen, einfach küsst. David ist aber mit seiner Freundin auf der Party und schiebt Caro weg, ohne ein Wort zu sagen.

Sie betrinkt sich daraufhin und landet mit Timm, der von dem Kuss nichts mitbekommen hat, im Bett. Sie sagt ihm, dass sie momentan keine Beziehung will, was der – etwas enttäuscht – akzeptiert.

Als Caro mit Miri telefoniert, erfährt sie, dass Miris Mutter Krebs hat.

Kurz darauf meldet sich nun auch David bei Caro, weil er sich mit ihr treffen will.

10 Wochen Liebeswirren

Das Hochzeitsprinzip

erscheint ab 22.09.2013 wöchentlich jeden Sonntag.

Folge 1:Not in Love

Folge 2:Heimat

Folge 3:Mannheim

Folge 4:Zwei Sekunden

Folge 5:Das Sommerfest

Folge 6:26

Folge 7:Barcelona

Folge 8:Phantomschmerz

Folge 9:Der Junggesellinnenabschied

Folge 10:Zwei Enten

Das Hochzeitsprinzip

Folge 5: Das Sommerfest

von Stefanie Ren

Von: Luisa Haller
An: Carolin Salas, Miriam Waible, Anne Gierich-Frey
Betreff: Sommerfest

Hey Mädels, meine Eltern feiern wieder ihr Sommerfest und
ich soll euch alle einladen. Und bringt gerne noch eure
Freunde oder wen auch immer mit. Freu mich auf euch!
Liebste Grüße, Lulu.

Ich stand am Bahnhof in Ludwigsburg und wartete auf David. Er musste mich sehen, hatte er geschrieben. Musste. Das Wort klang irgendwie ernst. Ich wusste nicht, was er von mir wollte. Aber irgendwie wusste ich es doch. Ich hatte ihn abgeknutscht. Aus dem Nichts. Quasi ja vor den Augen seiner Freundin. Das konnte man natürlich ignorieren und so stehen lassen. Oder man traf sich mit mir und sagte mir, dass ich so was in Zukunft lassen sollte. Obwohl er mir das auch ruhig am Telefon hätte sagen können. Oder per SMS. Aber er wollte sich mit mir treffen.

Und dann war da natürlich die klitzekleine Hoffnung, dass er mich sehen musste, weil mein Kuss eben doch etwas bei ihm bewirkt hatte. Dass er mich doch auch irgendwie gut fand. Aber ich wollte mich nicht von dieser Hoffnung irreführen lassen. Hoffe auf das Beste und rechne mit dem Schlimmsten. Das sage ich mir immer. Ob ich es tatsächlich auch einhalte, kann ich gar nicht sagen. Aber ich versuch’s zumindest. Ich finde, das ist ein gutes Motto, weil man sich dann von schlechten Nachrichten nicht ganz so umhauen lässt. Ja, ich weiß, man mag die Leute nicht, die in der Schule immer sagen: „Oh. Ich hab’ bestimmt voll die schlechte Note.“ Und dann haben sie eine Eins minus. Anne war so ein Mensch. Das hat mich immer ein wenig genervt. Aber so mein’ ich das auch gar nicht. Ich mein’ das eher mit einer realistischen Einschätzung. Wenn Anne gesagt hätte: „Ich glaub’, ’ne Eins wird’s nicht werden, aber wer weiß“, dann hätt’ ich das schon viel angenehmer gefunden.

Der Zug fuhr ein und mein Herz begann bis zum Hals zu schlagen. Es war ein seltsames Gefühl zu wissen, dass er gleich hier sein würde. Ich hatte Angst vor dem, was er mir zu sagen hatte, und doch konnte ich meine Freude auf ihn nicht unterdrücken. Der Zug hielt und die ersten Leute stiegen aus. Ein junges Mädchen mit Chucks und einem Gitarrenkoffer auf dem Rücken lief stürmisch an mir vorbei, einem Jungen entgegen. Sie umarmten sich innig, dann küssten sie sich. Solche Szenarien bewirkten selten etwas bei mir, aber in diesem Moment war ich neidisch.