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Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Adhelion

Nachdem die Erde durch einen Wirtschaftskollaps und die Zerstörung der Natur zugrunde gerichtet wurde, blieb der Gesellschaft nur eine Möglichkeit: Sie gründete die hermetisch abgeriegelte Megacity Path. Dort lebt Greg Singer, der sich nach dem Tod seines besten Freundes in die untersten Ebenen der Stadt zurückgezogen hat. Hier verdient er als einer von vielen Fährmännern auf den gigantischen Kühlwasserkanälen der Stadt sein Geld. Doch Gregs Flucht vor seiner Vergangenheit nimmt ein jähes Ende, als er die brutal misshandelte Leiche seiner Ex-Freundin Senna Goldfink findet. Auf der Suche nach ihrem Mörder entdeckt er nicht nur weitere Leichen, sondern gerät auch ins Visier der herrschenden Klasse. Mit seinen Erkenntnissen stößt er an die Grenzen des gesunden Menschenverstandes: Ein geheimer Zirkel verfolgt eine perverse Philosophie, in der das Töten zum ultimativen Kick wird.

Was bisher geschah

Greg schafft es erneut ins Adhelion und nutzt Lennarts ID-Karte, um in die Akademie zu kommen. Dabei wird er Zeuge des grausamen Mordes an Professor Bazille. Um nicht selbst in Verdacht zu geraten, flüchtet er, wird aber von der Garde gefangen genommen und des Mordes beschuldigt. Während eines Sturms gelingt ihm die Flucht.

Angela ist bereit, ihre Karriere aufs Spiel zu setzen, um Licht ins Dunkel um die Mordserie zu bringen. Dazu versucht sie Plug einzuweihen, doch dieser blockt ab. Angelas Welt steht kopf, denn nur sie ist im Besitz der Beweise. Nach wie vor ist sie ganz auf sich alleine gestellt. Während der Trauerfeier für Lennart Strom scheint sie in dessen Mutter Tabeta endlich eine Verbündete gefunden zu haben.

12 Wochen neue Welten

Adhelion

erscheint ab 22.09.2013 wöchentlich jeden Sonntag.

Folge 1:Kanalfund

Folge 2:Wachtraum

Folge 3:Relikt

Folge 4:Helos

Folge 5:Gewitterregen

Folge 6:Totenwache

Folge 7:Kaltfront

Folge 8:Verführung

Folge 9:Amor

Folge 10:Labyrinth

Folge 11:Rächer

Folge 12:Babylon

Adhelion

Folge 6: Totenwache

von Raiko Oldenettel

Inhalt

Adhelion

Folge 6: Totenwache

Ausblick Folge 7

Über den Autor

Tabeta Strom rührte in ihrem Tee, nahm einen Schluck und stellte die Tasse mit wackliger Hand auf die Untertasse. Ihre Augen waren leer, aber in ihre Stimme kehrte eine feste Überzeugung zurück, die langen Anlauf brauchte.

„Wenn Sie mich fragen, dann standen Sie in der letzten Stunde in einer Menge aus heuchlerischen und melodramatischen Schauspielern“, sagte sie aus heiterem Himmel. „Einer von ihnen ist der Mörder meines Sohnes.“

Angela verschluckte sich beinahe am Tee, als sie das hörte. „Sie äußern damit einen sehr konkreten Verdacht.“

„Miss Cold, Sie haben es mit eigenen Augen gesehen, wie diese Veranstaltung zelebriert wird“, entgegnete Frau Strom enttäuscht und schob die Tasse auf dem Mahagonitisch zurück. „Keiner von ihnen kannte meinen Sohn wirklich. Dennoch tauchen alle möglichen Aasfresser auf und überschlagen sich im Lobgesang über den verstorbenen Lennart Strom. Die perfekte Kulisse, um sich insgeheim an seinem Tod zu weiden.“

„Kannten Sie ihn denn?“, fragte Angela herausfordernd.

Tabeta Strom seufzte und biss sich beschämt auf die Lippen. Irgendwann schüttelte sie den Kopf und sah Angela schuldbewusst an. „Nein. Ich kannte meinen Sohn ebenso wenig.“

„Wieso denken Sie dann, dass einer von denen etwas mit dem Mord zu tun haben könnte?“, hakte Angela nach. Ihr gefiel nicht, in welche Richtung sich die Gedankenwelt der Mutter entwickelte. Sie zeigte erste Anzeichen der Paranoia, vor der Charles alle auf der Wache gewarnt hatte. „Hat er sich bei irgendjemandem unbeliebt gemacht? Wie können Sie den Täter ausmachen, wenn Sie das …?“ Sie wollte Opfer sagen, aber brachte es nicht hervor. „Wenn Sie Ihren Sohn selbst nicht kannten?“

„Professor Bazille ist ebenfalls tot. Ein seltsamer Zufall, finden Sie nicht?“, lenkte sie vom Thema ab und erhob sich. „Kommen Sie, ich möchte nicht sitzen bleiben. Da bekomme ich ein seltsames Gefühl.“

„Was möchten Sie dann?“, fragte Angela und stand auf. Kekskrümel rieselten von ihrem Rock.

Frau Strom wischte sich den Anflug einer Träne weg und versuchte stark zu wirken. Dabei schien alles an ihr kraftlos. „Ich möchte Ihnen etwas zeigen, das selbst die Sicherheitskräfte nicht zu Gesicht bekommen haben.“