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Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:

www.jiffystories.com

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© 2013 jiffy stories im Residenz Verlag

Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte vorbehalten.

ISBN ePub:

978-3-85236-049-2

Umschlaggestaltung: Nanna Prieler

Lektorat: Patrick Hutsch

Adhelion

Nachdem die Erde durch einen Wirtschaftskollaps und die Zerstörung der Natur zugrunde gerichtet wurde, blieb der Gesellschaft nur eine Möglichkeit: Sie gründete die hermetisch abgeriegelte Megacity Path. Dort lebt Greg Singer, der sich nach dem Tod seines besten Freundes in die untersten Ebenen der Stadt zurückgezogen hat. Hier verdient er als einer von vielen Fährmännern auf den gigantischen Kühlwasserkanälen der Stadt sein Geld. Doch Gregs Flucht vor seiner Vergangenheit nimmt ein jähes Ende, als er die brutal misshandelte Leiche seiner Ex-Freundin Senna Goldfink findet. Auf der Suche nach ihrem Mörder entdeckt er nicht nur weitere Leichen, sondern gerät auch ins Visier der herrschenden Klasse. Mit seinen Erkenntnissen stößt er an die Grenzen des gesunden Menschenverstandes: Ein geheimer Zirkel verfolgt eine perverse Philosophie, in der das Töten zum ultimativen Kick wird.

Was bisher geschah

Angelas Plan, durch eine Rede vor dem Senat das Adhelion auf ihre Seite zu ziehen, scheitert. Sowohl Theodor Kranich als auch die clevere Isidora Plain wettern gegen Angelas Verdacht, dass mehr als nur ein Täter den Mord an Professor Bazille begangen hat. Als Angela den Senat verlässt, läuft sie ihrem Vorgesetzten in die Arme, der sie auf der Stelle suspendiert. Niedergeschlagen kehrt sie in ihre Wohnung zurück. Erschrocken muss sie feststellen, dass diese vollkommen verwüstet wurde. Sie muss einsehen, dass es besser ist, alles hinter sich zu lassen und ins Basislevel zu flüchten.

Greg gelingt es mit Mühe und Not, seinen Verfolgern zu entkommen, die Punt mit schwerem Geschütz in Schutt und Asche legen. Um wieder nach Path zu gelangen, verbündet er sich mit einem alten Bekannten. Joel lässt sich von Greg seine Schulden bezahlen und schickt ihn dafür sicher zurück ins Basislevel. Als er nach Hause kommt, staunt er nicht schlecht: Angela wartet in seiner Wohnung auf ihn.

12 Wochen neue Welten

Adhelion

erscheint ab 22.09.2013 wöchentlich jeden Sonntag.

Folge 1:Kanalfund

Folge 2:Wachtraum

Folge 3:Relikt

Folge 4:Helos

Folge 5:Gewitterregen

Folge 6:Totenwache

Folge 7:Kaltfront

Folge 8:Verführung

Folge 9:Amor

Folge 10:Labyrinth

Folge 11:Rächer

Folge 12:Babylon

Adhelion

Folge 8: Verführung

von Raiko Oldenettel

Inhalt

Adhelion

Folge 8: Verführung

Ausblick Folge 9

Über den Autor

Angela stand noch eine Weile im Flur und sah Greg an, als wäre er ein Gespenst. Sie hatte gedacht, er sei tot. Nein, niemand hätte das überleben können. Auf der Flucht von den Gardisten erschossen, in der Wüste verdursten, irgendwas davon. Trotzdem stand er nun vor ihr.

„Willst du nicht etwas sagen?“, flüsterte sie und löste sich aus der Starre.

„Ich habe Hunger“, meinte er trocken und warf seine Sachen auf den Boden.

Angela deutete mit dem Kinn zur Küche. „Ich habe ein paar Reste in einen Topf geworfen.“

„Oh.“ Er verzog den Mund und kam von der Tür weg. „Fühl dich ganz wie zu Haus.“

Als er an ihr vorbeiging, verströmte Greg einen unangenehmen Geruch. Gummi, Abfall, Schweiß. Er war schmutzig, seine Kleider ausgeblichen und zerschlissen. Sie konnte sich nicht vorstellen, was er außerhalb von Path durchgemacht haben musste, um hierher zurückzukehren. Doch die Fragen nach dem Wie verkniff sie sich. Dafür sahen die Wunden und Beulen im Licht der Küchenlampe zu schmerzhaft und sein Gesicht zu ausgezehrt aus.

Greg nahm sich einen Teller aus dem Schrank, ging zum Topf und goss sich Suppe ein. Er warf sich auf einen Stuhl und begann gierig zu essen, dann stand er wieder auf und nahm einen zweiten Teller. Angela blieb in der Tür stehen und beobachtete ihn dabei.

„Willst du nur da stehen und mir beim Essen zusehen?“, fragte er beiläufig, ohne sie anzusehen, und steckte sich schmatzend einen Löffel in den Mund. „Du hast gekocht, du darfst auch essen.“

„Ich wollte nicht …“

„Was? Unhöflich sein?“ Seine Nüstern blähten sich auf. „Mach dich nicht lächerlich und iss. Du siehst so aus, wie ich mich fühle.“